Benedikt bestellt in der Schweiz

Rotstich-Glossen

Die Statistik über die Ausfuhren von Kriegsmaterial gewährt interessante Einblicke. So ist dem Papier zu entnehmen, dass zwischen Januar und September 474 Kilogramm Kriegsmaterial im Gegenwert von 3800 Franken an den «Heiligen  Stuhl» gegangen sind. Der oder dem staunenden Statistiklesenden wird plötzlich bewusst, dass der Papst offensichtlich nicht nur, wie bis anhin angenommen, sein Speck-Besteck in Spiez, sondern darüberhinaus auch anderes Kriegsgerät in der Schweiz bestellt.

Besonders der steuerpflichtigen und damit direktbetroffenen Katholikin erwächst darob eine berechtigte Frage: Was, um Gottes Willen, hat der Vatikan zum Schnäppchenpreisgepostet? Gut unterrichtete Quellen wollen von sechs wohlgenährten Rekruten aus der Innerschweiz wissen, die der Schweizergarde zugeführt und so BIP-relevant wurden. Verteidigungsminister Maurer habe auf das Fehlen finanzieller Mittel für neue Kampf-Jets reagiert, überschüssige Militärpiloten an den Vatikan veräussert und damit gleichzeitig eine neue Einnahmequelle erschlossen.

Als wenig wahrscheinlich erscheint indes, dass es sich bei der eingeführten Ware um nigelnagelneue Hellebarden handelte. Ein Exemplar schlägt gemäss Internetrecherche mit 450 Franken zu Buche – was darauf schliessen liesse, dass im gefährlichen Päckli nach Rom höchstens acht Exemplare der Hieb- und Stosswaffe gewesen wären. Da lässt einem dann doch das stolze Gesamtgewicht von fast einer halben Tonne stutzig werden. Gut vorstellbar,

dass das gelieferte Waffenmaterial ursprünglich das Equipment der Ritter im letzten Kreuzzug komplettieren sollte. Dass es erst jetzt in der Statistik auftaucht mag daran liegen, dass das Speck-Besteck nicht das einzige ist, was der Papst zu spät bestellt hat.

Glosse im «links» (103) | Ausgabe als PDF

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