«Wird das jz eigentlech öbbis, mit dere Fusion?»

Gmeindsmuni - Fusionsprojekt Aegerten/Brügg

Stefan Krattiger | 05.11.2007 | Artikel im «Aegerter»

«Wird das jz eigentlech öbbis, mit dere Fusion?» –  eine Frage, die uns und mir seit der Lancierung unseres Projekts «zur Prüfung einer intensiveren Zusammenarbeit bis zu einem völligen Zusammenschluss von Aegerten und Brügg» immer wieder gestellt wird.

Auf meine wahrheitsgetreue Antwort «das cha me jz no nid säge» folgen nicht selten die Folgefragen «fingsch du de, me sötti fusioniere?» und «chöi mer de elei nid  überläbe?» Unanständigerweise verweigere ich auch zu diesen klaren Fragen eine ebenso klare Antwort – und stehe sofort unter dem bösen Verdacht, mich absichtlich vor einem eindeutigen Stellungsbezug drücken zu wollen, eben ein «typischer Politiker» zu sein.

Die eine oder die andere Frage mit «ja» oder «nein» zu beantworten, wäre in diesem Fall nicht seriös. Die Grösse unseres Dorfes schliesst weder eine Fusion aus, noch macht sie eine Fusion zwingend notwendig. Eine Idealgrösse für Gemeinden gibt es nicht. Während es Grossgemeinden und Städte gibt die mehr schlecht als recht funktionieren, gibt es auch zukunftsfähige Kleinstgemeinden mit lediglich 50 Einwohnern. Aegerten kann «alleine» überleben, keine Frage. Unsere Gemeinde ist gesund. Darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, zu prüfen, ob gemeinsam bestimmte Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger noch effektiver und effizienter erbracht werden könnten.

Eine Gemeindefusion kann kein Selbstzweck sein, sondern muss letztlich für die beteiligten Gemeinden eine klare Verbesserung gegenüber dem aktuellen Zustand bringen. Damit diese (potenziellen) Veränderungen überhaupt abschätzbar sind, muss zuerst der Ist-Zustand erfasst und die Gemeinden müssen gründlich durchleuchtet werden. Genau darum geht es bei dem laufenden Projekt: In einem ersten Schritt wird eine detaillierte «Uslegeornig» der beiden Gemeinden erarbeitet, bevor in einem zweiten Schritt abgeklärt wird, welcher Grad und welche Form der Zusammenarbeit eine Verbesserung mit sich bringen könnte. Das Festhalten am Status quo, eine intensivere Zusammenarbeit, gar eine weniger starke Kooperation oder ein Zusammengehen der beiden Gemeinden – alle Optionen sind grundsätzlich möglich und denkbar.

Erst in dieser Phase kann sich jede und jeder von uns eine Meinung bilden – je nachdem, welches Gewicht sie oder er den zu erwartenden Vor- und Nachteilen persönlich beimisst. An diesem Punkt wird (je nach Vorschlag des Projektteams) die politische Diskussion beginnen, an deren Ende ein Entscheid der Bevölkerung stehen wird.

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