Jeder Rappen zählt

Parteisoldat - Rotstich-Glossen

«Vor einigen Wochen warnte FDP-Präsident Fulvio Pelli davor, dass die Wirtschaftskrise vorüber sei», schreiben die FDP.Die Liberalen (vormals bekannt als FDP) und lassen es die ganze Welt wissen. Sapperlot! Man stelle sich das mal vor. Kaum hat man sich einigermassen daran gewöhnt, ist auch schon wieder Schluss. Zuerst hüst, dann wieder hott. Wie soll man da als politische Partei seriös arbeiten? Was ist mit Planungssicherheit?

Damit wären wir dann auch gleich bei den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. Die FDP nimmt sich vor, ihren Pressedienst künftig vor dem Versand doch nochmals gründlich gegenlesen zu lassen. Auch wenn das nicht mehr ganz so effizient ist dann. Daniel Vasella will Gutes tun, das hat er jüngst zu frühmorgendlicher Stunde auf DRS3 im Rahmen eines harmlos-rührigen Smalltalks mit Radio-Mann Mario Toriani durchblicken lassen – und selbstlos ein firmenfinanziertes Malaria-Sightseeing-Reisli für zwei Personen nach Afrika gespendet.

Dass sich ausgerechnet «Super-Dan» anlässlich einer vorweihnachtlichen, halbstaatlichen Spendenaktion gegen Malaria (nicht gegen die Krise, die ist ja bald vorbei) mit dem Namen «Jeder Rappen zählt» profiliert, mag die kritische Beobachterin oder den kritischen Beobachter auf den ersten Blick ein klein wenig befremden.Bei genauerem Hinsehen offenbart sich selbstverständlich, dass dieses Statement als aufrichtiger Aufruf an alle «working poor» und Wenigverdienerinnen und -verdiener zu Spar- und Genügsamkeit zu verstehen ist. Die sollten sich nämlich schleunigst auch mal einen guten Vorsatz fürs 2010 zulegen. Sparen, das ist doch eine tolle Idee. Schliesslich zählt ja jeder Rappen. Für den einen ein bisschen weniger,für viele andere ein bisschen mehr.

Glosse im «links» (105) | Ausgabe als PDF

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