Endlich einen Raum fürs Proben gefunden

Gmeindsmuni - Jugendarbeit

Anna Katharina Maibach | 23.06.2010 | Artikel im Bieler Tagblatt

In der Zivilschutzanlage Aegerten ist ein Bandraum für junge Musiker eingerichtet worden. Die Jugendlichen tragen selbst viel Verantwortung. Begleitet wird das Projekt von der Regionalen Kinder- und Jugendarbeit.

Sie kennen sich vom Oberstufenzentrum Studen: Joel Siegfried, Studen, Dominic Bosshard, Schwadernau, und die beiden Brüder Andreas und Martin Jucker aus Aegerten. Und gemeinsam wollen sie mit ihrer Band «feel the rhythm» Reggae- und Rockmusik machen. Das Quartett ist überglücklich. Denn in der Zivilschutzanlage Aegerten haben sie nun auch ein geeignetes Übungslokal gefunden – dank des Pilotprojekts «zivA» der Regionalen Kinderund Jugendarbeit der Gemeinden Brügg, Aegerten, Studen, Schwadernau, Scheuren und Orpund.

Selbst Initiative ergriffen

Die Initiative ergriffen haben die Schüler aus der 8. und 9. Klasse selbst. «Wir haben lange nach einem Übungslokal gesucht», sagt Bandleader, Gitarrist und Sänger Joel Siegfried. Ohne Erfolg. «Die Jungs sind mit ihrem Anliegen auch zu mir gekommen», so Caroline Moning, Jugendarbeiterin und Verantwortliche für den Standort Studen. Die Jugendarbeit nahm dann mit der Gemeinde Aegerten Kontakt auf und schloss einen Nutzungsvertrag ab. «Die Anlage ist für einen Bandraum ideal», sagt der Aegerter Gemeindepräsident Stefan Krattiger.

«Wir haben recht viel Zeit an freien Nachmittagen mit dem Einrichten des Bandraumes verbracht», erzählt Joel Siegfried. So sieht es auch das Konzept des Projekts vor: Jugendliche helfen von Anfang an in jedem Prozess mit. Mit dem Ziel, dass der persönliche Bezug zum Raum von Anfang an gewährleistet ist. Das soll sich positiv auf den Betrieb und die Nutzung auswirken. «Wir müssen die Regeln einhalten und einen Belegungsplan abgeben», so Joel Siegfried.

Das Projekt ist in drei Phasen gegliedert und führt Schritt für Schritt zu mehr Selbstkompetenz, insbesondere was das Schlüsselkonzept betrifft. «Bandraumgötti» ist der Vater von Joel, Roland Siegfried. Laut Konzept gehört nämlich mindestens eine volljährige Person der Nutzerpartei an. Die Jungs sind sich bewusst, dass sie als erste Band massgebend für die Zukunft des Projektes sind.

Bereits einmal gescheitert

Stefan Krattiger zeigt sich zuversichtlich. «Das Projekt wurde seriös von der Jugendarbeit vorbereitet.» Und anders als vor einigen Jahren, als die Anlage bereits von Jugendlichen benutzt wurde, sie nun die Begleitung von Jugendarbeit und Erwachsenen gewährleistet. «Damals musste man feststellen, dass es ohne Begleitung nicht funktioniert.»

Sacha Oberli, Aegerter Gemeinderat und Mitglied der Jugendkommission, half mit Caroline Moning und den Jugendlichen tatkräftig bei der Instandstellung des Raumes mit. Künftig werden er und die Jugendarbeiterin spontan auch Kontrollgänge durchführen. Und falls das Projekt gut anlaufe, sollen weitere Räume in der Anlage zur Verfügung gestellt werden, so Krattiger. «Das Interesse ist vorhanden», weiss Moning.

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