Jeder AdA sein eigenes Biwak

Parteisoldat - Rotstich-Glossen

Stefan Krattiger | 01.07.2010 | Rotstich-Glosse im «links» 110 |

Was 2009 das Minarett war, ist heuer die Burka. Wer etwas auf sich hält, befasst sich gewissenhaft mit der Materie. So auch unser Verteidigungsminister Ueli Maurer. Gut unterrichtete Quellen wollen wissen, dass im Generalstab zu Bern eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Oberst i Gst Blancho emsig am Werk ist. Verständlich: Immer mehr Frauen leisten Dienst fürs Vaterland. Und immer mehr Frauen tragen eine Burka. Ebenfalls zu vernehmen ist, dass die hochdekorierten Militärs dem neusten Bekleidungstrend überraschend positiv gegenüberstehen.

 

Namentlich wird unter grösster Geheimhaltung und Hochdruck an der Entwicklung eines revolutionären Ganzkörpertarnanzugs im Vierfruchtlook, der Kampfburka 2010 (kurz: Kabu 10), gearbeitet. Schon bald sollen sämtliche AdAs mit dem neuen Equipment ausgestattet werden. Die Armeeführung hatte den Trend bereits vor Jahren antizipert und vorausschauend Voraussetzungen für die Einführung geschaffen: Vergegenwärtigt man sich die eingeschränkte Bewegungsfreiheit von Burkatragenden, erscheint insbesondere die Abschaffung der bewährten Radfahrertruppen plötzlich in einem anderen Licht.

Dass die Burka die der Landesverteidigung dienen kann, ist offensichtlich: Lästige und zeitraubende Routinetätigkeiten des inneren Dienstes wie Rasurkontrollen und das Sicherstellen von dienstkonformen Haarschnitten entfallen gänzlich, der ABC-Bereitschaftsgrad 2 im Falle eines Chemie- oder Atomangriffs ist permanent gewährleistet und das mühselige Errichten von nächtlichen Zeltlagern entfällt. Das Motto: «Jeder AdA sein eigenes, mobiles Biwak». Eine bestechende Idee, die uns der «besten Armee der Welt» einen gewaltigen Schritt näherbringen wird. Ganz bestimmt.

Kommentare (0)Add Comment

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

busy