Stefan Krattiger klar gewählt

Gmeindsmuni - Gemeindepräsidentenwahl 2009

Anna Katharina Maibach | 28.09.2009| Artikel im Bieler Tagblatt

Der 26-jährige Stefan Krattiger, SP, wird neuer Gemeindepräsident von Aegerten. Der Kampf ums Präsidium sorgte für eine rekordverdächtige Wahlbeteiligung.

Die Wahl des Aegerter Gemeindepräsidiums lieferte in den letzten Wochen ausgiebig Gesprächsstoff und war der Anlass für viele Spekulationen. Das Aegerter Stimmvolk hat nun deutlich entschieden: Der SP-Kandidat und bisherige Gemeinderat Stefan Krattiger tritt die Nachfolge von Fredy Siegenthaler als Gemeindepräsident an. Die Wahl des 26-Jährigen entpuppte sich schlussendlich als klare Sache. Krattiger konnte 461 Stimmen für sich gewinnen. Sein Gegenkandidat, Ueli Kocher von der Ortsvereinigung (OV), erhielt 302 Stimmen.

Mit 62,1 Prozent beteiligten sich die Aegerter Stimmberechtigten rekordverdächtig an der Wahl. «Es ist uns offensichtlich gut gelungen, Wahlberechtigte zu mobilisieren, die selten oder sogar nie stimmen», sagt Krattiger sichtlich erleichtert. Vor allem Junge. Und gerade auch Krattigers jugendliches Alter wurde im Vorfeld der Wahl vom gegnerischen Lager stets als Stolperstein für die Ausübung eines Gemeindepräsidiums angeführt.

«Wir sind erfreut, dass unser Kandidat gewonnen hat. Und wir sind überzeugt, dass Stefan Krattiger seine Arbeit für alle Aegerterinnen und Aegerter gut machen wird», sagt SP-Co-Präsident Heinz Oberli. «Ich bin ein SP-ler, das will ich nicht leugnen. Doch ich habe in den letzten sechs Jahren als Gemeinderat bewiesen, dass ich sachorientiert politisiere», bekräftigt der junge künftige Gemeindepräsident. «Durch meine Arbeit und das Studium habe ich allgemein einen pragmatischen Zugang zur Politik», so der Politologe Krattiger.

Fairer Verlierer

Der unterlegene Ueli Kocher gibt sich als fairer Verlierer: «Ich lasse den Kopf nicht hängen. Es ist ein klares Resultat. Es gibt nichts zu husten.» Er sei sich stets bewusst gewesen, dass die Wahl kein Spaziergang sein werde. Die 302 Stimmen seien immerhin ein Achtungserfolg, so der 53-jährige Landwirt. «Ich muss mich nicht verstecken.» Wie seine politische Zukunft aussehen soll, das lässt er vorerst offen.

«Einer gewinnt, einer verliert. Das ist so bei einer Wahl», sagt OV-Präsident Heinz Berger. «Es war ein fairer Wahlkampf. Ich mag es Krattiger gönnen.» Doch strahlen mag er trotzdem nicht. Er sei nach wie vor der Meinung, dass eine Wende dem Dorf gut getan hätte. Ihm fehle der Bezug der Behörden zur Bevölkerung. «Und der ‹Ausgabeschlendrian› wird sich nicht bessern», so Berger.

«Ich bin erleichtert», sagt indes Noch-Gemeindepräsident Fredy Siegenthaler, SP, zu seinem Nachfolger. «Es ist absolut die richtige Wahl. Der Leistungsausweis von Stefan Krattiger war entscheidend.» Mit der Wahl von Krattiger sei auch Gewähr, dass der eingeschlagene Weg weitergeführt werden könne. «Das garantiert Kontinuität. Und das ist wichtig für Aegerten», fügt Siegenthaler an.

An der parteipolitischen Zusammensetzung des fünfköpfigen Gemeinderats ändert sich nach der Wahl nichts: Drei Sitze für die SP/Freie WählerInnen und zwei für die OV, wobei Peter Scherz Anfang Jahr aus der OV ausgetreten ist.

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