Sommerlöcher

Parteisoldat - Rotstich-Glossen

Stefan Krattiger | 29.08.2010 | «Rotstich» im «links» 111

«I gieng hüt no, uf u dervo». Nach der Blick-Lektüre hofft man inständig, dass es Über-Büetzer Gölä nicht bei einem blossen Versprechen bewenden lässt. «Die Schweizer Politiker sind komplett unfähig», weiss einer, der es wissen muss. Wählen tut er zwar aus Prinzip nicht. Dafür hat er «das Recht», Einbrecher zu erschiessen. Schliesslich platzt «das Land aus allen Nähten». Ein Einbrecher weniger, das gibt Platz. Gölä, der mit seinem Sturmgewehr Haus und Familie verteidigt – waren unsere Argumente für die Waffenschutz-Initiative je besser? Wenn SVP-Toni ihm dann mediengewandt ein Plätzli auf seiner Wahlliste schmackhaft macht, erscheint Bio-Ex-Mister Blumenthal rückblickend überqualifiziert.

Gaga? Wenn da überhaupt jemand helfen kann, dann Heidi «das Medium» Breu mit ihrem «hellwissenden» 25-Stutz-Bäbi aus der Migros. Sogar Cumulus-Punkte hat’s gegeben dafür. Die auf Tierfernheilungen Spezialisierte könnte zumindest Geissbock Zottel wieder hinbiegen. Stattdessen schmollt Heidi, weil Konkurrent und Vorzeige-Kafisatzleser Mike Shiva sie nicht lieb hat: «Ich habe es doch nicht verdient, dass man so grob zu mir ist!»

Letzterer Satz könnte auch von Hansruedi Merz stammen, neben Heidi, Gölä und Rodi ebenfalls dankbarer Sommerlochfüllender des Boulevard. «Uf und dervo» ging der ja auch hie und da. Nach Libyen, zum Beispiel. Und jetzt eben aus dem Bundesrat. «Mit Merz tritt der beste Finanzminister Europas ab», weiss ein geneigter Leser bezugnehmend auf die FDP-Eigenwerbung online zu kommentieren. Ein Doppelrücktritt. Aber wer ist dieser beste Finanzminister, der solidarisch und zeitgleich geht? Einer ohne Gesicht, offenbar. Merz jedenfalls geht mit einem Lied auf den Lippen: «I hätt no viu blöder ta, weni denn scho gwüsst hätt gha dass i di zyt nid für immer ha.»

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