Medwedew twittert früh

Parteisoldat - Rotstich-Glossen

17. Juni 2011 Stefan KrattigerGlosse im links 119/2011

Der «Social Media Gipfel» in Zürich war auf 7.30 Uhr angesetzt. Eine gewöhnungsbedürftige Zeit, für mich als überzeugten Morgenmuffel sowieso. Aber dass ich in der Peripherie wohne und um 4.50 Uhr aus den Federn musste, dafür konnten die OrganisatorInnen ja wirklich nichts. Das Thema des Morgens: «Mit sozialen Medien Wahlen gewinnen». Überproportional im Publikum vertreten: Werberinnen und Journalisten. Just jene Berufsgruppen, die sowieso die viel besseren Politiker wären, wenn sie sich denn dazu herablassen würden, welche zu sein. Ich bin zuerst am Start, nach mir der smarte CVP-Stadtpräsident von Wädenswil. Beide berichten wir von unseren Erfahrungen, beide probieren wir den Ball flach zu halten.

 

Die, die Waffen doof finden

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Stefan Krattiger | 04.02.2011 | Glosse im «links» 115

Wir und «die anderen» (in wechselnder Besetzung) haben ja vor Abstimmungssonntagen weissgott schon so manchen Strauss ausgefochten. Wir haben uns beim Rentenklau mit Hingabe über angebliche und tatsächliche Renditezahlen gestritten oder bei der Steuergerechtigkeits-Initiative ausdauernd darüber, wer denn nun wie und warum überhaupt betroffen ist. Die Meinungen gingen auseinander – was letztlich halt eine tolle Basis für lebhafte Auseinandersetzungen bietet.

 

Natur- und andere Katastrophen

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Stefan Krattiger | 15.09.2010 | «Rotstich» im «links» 112

Treue Leserinnen und Leser werden sich erinnern: Gleichenorts machte sich der Autor Ende August über das Cervelat-Promi-Headhunting der SVP lustig. Die Ausgabe hatte die Briefkästen noch nicht erreicht, als die Mannen – wie immer willfährig sekundirt vom ersten Boulevard-Blatt am Platz – noch einen draufsetzten und bewiesen: Schlimmer geht bei der SVP immer.

 

Sommerlöcher

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Stefan Krattiger | 29.08.2010 | «Rotstich» im «links» 111

«I gieng hüt no, uf u dervo». Nach der Blick-Lektüre hofft man inständig, dass es Über-Büetzer Gölä nicht bei einem blossen Versprechen bewenden lässt. «Die Schweizer Politiker sind komplett unfähig», weiss einer, der es wissen muss.

 

Jeder AdA sein eigenes Biwak

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Stefan Krattiger | 01.07.2010 | Rotstich-Glosse im «links» 110 |

Was 2009 das Minarett war, ist heuer die Burka. Wer etwas auf sich hält, befasst sich gewissenhaft mit der Materie. So auch unser Verteidigungsminister Ueli Maurer. Gut unterrichtete Quellen wollen wissen, dass im Generalstab zu Bern eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Oberst i Gst Blancho emsig am Werk ist. Verständlich: Immer mehr Frauen leisten Dienst fürs Vaterland. Und immer mehr Frauen tragen eine Burka. Ebenfalls zu vernehmen ist, dass die hochdekorierten Militärs dem neusten Bekleidungstrend überraschend positiv gegenüberstehen.

 

Das bittere Nichtstun

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Früher gab es den Hofnarren. In Jux und Tollheit gewickelt, durfte er unbequeme Wahrheit in Worte packen. heute gibt es den Glossenschreiber. Die SP hat die Wahlen in Bern nicht gewonnen und selbst das «Verbrösmele» der FDP zur Kleinpartei vermag kaum mehr Trost zu spenden. Als postelektoralen Therapie wird nach Gründen geforscht. Einigkeit besteht, dass es nicht an der gelungenen kantonalen Kampagne gelegen haben dürfte. Immerhin. Alternativen? Flugs wird die längst

 

Jesus würde einen Offroader fahren

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Was macht eigentlich die Freiheitspartei? Einige Genossinnen und Genossen mögen sich sicher noch dunkel an den rechtsgesteuerten SVP-Seitenwagen erinnern. Vorweg: Es gibt sie tatsächlich noch. Oder zumindest ihre Website. Eine Partei, die sich motorisiert und vollumfänglich in das schützende Reduit des WWW zurückgezogen hat und dies die surfende (böse) Welt wissen lässt.

 

Jeder Rappen zählt

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«Vor einigen Wochen warnte FDP-Präsident Fulvio Pelli davor, dass die Wirtschaftskrise vorüber sei», schreiben die FDP.Die Liberalen (vormals bekannt als FDP) und lassen es die ganze Welt wissen. Sapperlot! Man stelle sich das mal vor. Kaum hat man sich einigermassen daran gewöhnt, ist auch schon wieder Schluss. Zuerst hüst, dann wieder hott. Wie soll man da als politische Partei seriös arbeiten? Was ist mit Planungssicherheit?

 

Benedikt bestellt in der Schweiz

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Die Statistik über die Ausfuhren von Kriegsmaterial gewährt interessante Einblicke. So ist dem Papier zu entnehmen, dass zwischen Januar und September 474 Kilogramm Kriegsmaterial im Gegenwert von 3800 Franken an den «Heiligen  Stuhl» gegangen sind. Der oder dem staunenden Statistiklesenden wird plötzlich bewusst, dass der Papst offensichtlich nicht nur, wie bis anhin angenommen, sein Speck-Besteck in Spiez, sondern darüberhinaus auch anderes Kriegsgerät in der Schweiz bestellt.

 

Morgengedanken

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Donnerstagmorgen, kurz nach dem Aufstehen. Dank frühmorgendlicher Radioberieselung bekomme ich brühwarm mit, dass Marcel Rohner seinen Platz an der UBS-Konzernspitze für Oswald Grübel räumt, den Charismatiker unter den Top-Bankern. Ich erfahre zusätzlich, dass der Neue Träger von hellen Anzügen verachtet. Interessant. Rohner geht, das war überfällig. Endlich hat er die Konsequenzen gezogen und die Verantwortung für den angerichteten Schlamassel übernommen. Verlässt er das sinkende Schiff gar erleichtert? Oder hätte der Kapitän auf der Brücke der havarierten Finanz-Titanic der Dinge harren müssen, die da noch kommen mögen? Immerhin ist er ja verantwortlich. Wie ist das jetzt mit dieser Verantwortung? Kompliziert, so früh am Morgen.